Verhütung

Verhütung

Pubertät- Veränderungen
Im Allgemeinen beginnt die Pubertät, also die Phase der Geschlechtsreife um das 8. Lebensjahr herum. Meist ist sie mit 16 Jahren abgeschlossen. Die sich anschließende Phase der Adoleszenz, also des „Heranwachsens“ bezeichnet die Entwicklung zur vollen körperlichen und intellektuellen Reife und zur eigentlichen Geschlechtsreife. Während der Pubertät kommt es zum Wachstum der Brust, sowie zur Ausbildung der Scham- und Achselbehaarung. Körperbau und Körperform verändern sich, die Haut wird „unrein“ und reagiert damit auf die ansteigende Hormonproduktion. Eierstöcke und Gebärmutter beginnen zu wachsen, schließlich setzt der erste Monatszyklus ein, es kommt zum Eisprung und zur Blutung

Hormone
Auslöser für die Pubertät sind also die Sexualhormone, die wie Botenstoffe funktionieren und Veränderungen innerhalb des Körpers in Gang setzen. Der hormonelle Regelkreis der Frau bestimmt den sogenannten Zyklus. Die natürliche Abfolge eines hormonellen Gleichgewichts wiederholt sich von der Pubertät bis zu den Wechseljahren in ähnlichen Abständen. Der Zyklus wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert. Sie bildet die Hormone FSH und LH, die sie über das Blut zum Eierstock schickt. In den Eierstöcken werden auf Befehl vom Gehirn die Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen gebildet. Sie beeinflussen auch andere Körperteile, zum Beispiel die Brust und die Gebärmutter. Dort baut sich unter dem Einfluß der Östrogene die Schleimhaut auf, die sich durch die Gestagene umwandelt und schließlich abgestoßen wird. Es kommt zur Blutung, auch Regel oder Menstruation genannt.

Der Zyklus
Der monatliche Zyklus, die regelmäßigen Hormonveränderungen mit ihrer Wirkung auf Eierstöcke und Gebärmutter, pendelt sich nach und nach ein. Damit wird ein Mädchen fruchtbar und kann schwanger werden. Bei den meisten Mädchen tritt die erste Regel zwischen dem 9. und 15. Lebensjahr ein. Wird die Frau während eines Zyklus nicht schwanger, setzt am Ende die Menstruation ein.

Zellreifung: in der ersten Hälfte des Zyklus reift im Eierstock eine Eizelle heran.

Eisprung: ist die Eizelle reif genug, wird sie vom Eileiter aufgefangen, nachdem das Eibläschen geplatzt ist.

Fruchtbare Tage: der Weg der Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter dauert etwa 4 Tage. Auf diesem Weg kann sie von der Samenzelle befruchtet werden. Wenn dies geschieht, nistet sie sich in der Gebärmutter ein. Wenn Ei- und Samenzelle miteinander verschmelzen, beginnen sie sich unaufhörlich zu teilen und es entsteht ein neuer Mensch.

Blutung: wenn die Eizelle unbefruchtet geblieben ist, löst sie sich auf und es kommt zur Blutung. Dies geschieht etwa zehn bis vierzehn Tage nach dem Eisprung. Die dick ausgepolsterte Schleimhaut in der Gebärmutter wird mit der Menstruation abgestoßen.

Eine Blutung dauert normalerweise zwischen vier und sechs Tage. Es werden in dieser Zeit etwa 60 bis 80 Milliliter Blut ausgeschieden. Der Eisprung findet bei den meisten jungen Mädchen nur unregelmäßig statt. Auch die Zeiten zwischen den Blutungen können noch stark schwanken. Die Dauer ist von Frau zu Frau, aber auch von mal zu mal unterschiedlich. Erst etwa zwei bis drei Jahre nach der ersten Regel hat sich ein individueller Rhythmus herausgebildet, der zwischen 25 und 32 Tagen liegt.

Richtig Verhüten
Es gibt eine ganze Reihe von Verhütungsmethoden. Jede hat Ihre Vor- und Nachteile und nicht jede ist für jedes Mädchen oder jede Frau auch geeignet. Hier steht die Sicherheit der Verhütung und der Schutz vor ansteckenden Erkrankungen selbstverständlich an erster Stelle.

Kontrazeptive Sicherheit verschiedener Verhütungsmethoden
Methode Pearl-Index*
Anti-Baby-Pille (Mikropille) 0,1 – 0,9
Drei-Monats-Spritze 0,1
Anti-Baby-Pille (Minipille) 0,4 – 4,3
Spirale (kupferhaltig) 0,8 – 6,0
Spirale (hormonhaltig) 0,14
Sterilisation 0,05 – 0,3
Messung der Basaltemparatur 1,0 – 3,0
Scheiden-Diaphragma 2,0 – 25
Kondom 3,0 – 28
Chemische Verhütungsmittel 5,0 – 42
Coitus interruptus 10 – 38
Pille danach 0,1 – 2,6

* Der Pearl-Index ist ein Maß für die Zuverlässigkeit einer empfängnisverhütenden Methode und gibt die Zahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen an, die über ein Jahr eine bestimmte Methode angewandt haben.

Die Anti- Baby- Pille

Die Pille besteht aus den beiden weiblichen Hormonen Östrogen und Gestagen und wirkt auf dreifache Weise:

  • die Hormone hemmen den Einfluß der Hirnanhangsdrüse auf die Eierstöcke: Es reifen keine Eizellen mehr heran, der Eisprung wird unterdrückt. So kann es nicht zu einer Befruchtung kommen
  • außerdem wird der Schleim am Gebärmuttermund so verfestigt, dass die männlichen Samenzellen nicht in die Gebärmutter gelangen können
  • auch die Schleimhaut der Gebärmutter wird so verändert, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann.

Die Pille ist ein hochwirksames Medikament, bei dem es in sehr seltenen Fällen zu Nebenwirkungen kommen kann. Es gibt Gründe, die Pille überhaupt nicht oder nur eingeschränkt zu empfehlen. Wichtige Informationen zu dieser Frage ergeben sich aus der eigenen Vorgeschichte und derjenigen, der eigenen Familie.

Die folgenden Punkte sollten vor dem Beginn der Pilleneinnahme abgeklärt werden:

Familienanamnese
Erkrankungen bei Verwandten 1. Grades
bis zum 50. Lebensjahr
Thrombembolie
Hypertonie
Herzinfarkt
Schlaganfall
Diabetes

Fettstoffwechselstörungen

Allgemeinanamnese
Rauchen
Adipositas
Migräne
Thrombembolie
Hochdruck
Herzerkrankungen
Fettstoffwechselstörungen

Diabetes mellitus

Lebererkrankungen
Medikamente

Die Verhütung mit der Pille ist ein sehr zuverlässiger Schutz vor einer Schwangerschaft und sehr einfach anzuwenden. In der ersten Zeit der Einnahme muß sich der Körper an die Pille gewöhnen. Wegen der niedrigen Hormonmenge kann es anfangs zu Zwischenblutungen kommen. Sie verschwinden nach ein paar Monaten wieder und haben keinen Einfluß auf die Sicherheit. Krampfartige Beschwerden während der Menstruation oder überdurchschnittlich starke Periodenblutungen werden durch die Einnahme der Pille meist gelindert.
Für Mädchen ab 16 Jahren spricht in Bezug auf die körperliche Entwicklung medizinisch nichts gegen die Pilleneinnahme. Ab dem 40. Lebensjahr sollte bei weiterem Einnahmewunsch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen und gegebenenfalls anderen Verhütungsmethoden der Vorzug gegeben werden.

Das Kondom
… ist zur Zeit noch die einzige Verhütungsmethode für den Mann. Bei richtiger Anwendung besteht eine sehr hohe Sicherheit. Daneben bietet es den effektivsten Schutz vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten.

Langzeitverhütung
Drei-Monats-Verhütung mit der Pille
Meinungsumfragen kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass etwa 40% aller Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren keine Menstruation mehr wollen. Dies gilt sowohl für die spontan auftretende Periode als auch für die Entzugsblutungen während der Anwendung der Pille. Als Gründe für die Ablehnung von Entzugsblutungen werden vor allem menstruationsabhängige Beschwerden, verbesserte Hygiene und bessere Lebensqualität genannt. Zu den häufigsten zyklusabhängigen Symptomen, von denen ein Drittel der Frauen in starkem Maß betroffen ist, zählen Brustschmerzen, Wassereinlagerungen, Blähungen, Gewichtszunahme, Rücken-, Bauch- und Kopfschmerzen, Hautveränderungen, Müdigkeit, Reizbarkeit und depressive Stimmung.

In vielen Fällen lassen sich zyklusabhängige Beschwerden bereits durch die Einnamhe von oralen Kontrazeptiva nach dem vorgeschriebenen Schema bessern oder vermeiden. Steigern lässt sich die günstige Wirkung der Pille durch das Auslassen der 1-wöchigen Pillenpause. Am besten wird ein Drei-Monats-Schema akzeptiert, d. h. die ununterbrochene Einnahme eines monophasischen niedrig dosierten Kombinationspräparats über 9 oder 12 Wochen (3 oder 4 Packungen ohne Pause), der ein 7-tägiges hormonfreies Intervall folgt. Dabei kommt es normalerweise zu einer relativ schwachen Entzugsblutung. Dieses Schema funktioniert nur mit Einphasenpräparaten. Zu beachten ist auch bei diesem Schema, dass das hormonfreie Intervall niemals länger als 7 Tage dauert.

Drei-Monats-Spritze

… ist eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode mit lang anhaltender Wirkung. Die Substanz wird in den Gesäßmuskel injiziert und der Wirkstoff langsam und gleichmäßig in den Blutkreislauf abgegeben.

Wirkungsweise:
Der Eisprung wird unterdrückt. Der Schleim am Gebärmuttermund wird so verfestigt, dass die Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen können. Die Gebärmutterschleimhaut wird so umgewandelt, dass sich ein eventuell befruchtetes Ei nicht einnisten kann.

Die Drei-Monats-Spritze eignet sich besonders, wenn:

  • östogenhaltige Präparate Nebenwirkungen auslösen oder überhaupt nicht eingenommen werden sollen
  • maximale kontrazeptive Sicherheit erforderlich ist
  • Einnahmefehler von Pille oder Minipille bei unregelmäßigem Tagesablauf vermieden werden sollen
  • bei jeder Menstruation erhebliche Beschwerden auftreten
  • die Zeit der Menstruation in Folge von Migräneanfällen zur Qual wird
  • In absehbarer Zeit kein Kinderwunsch besteht
  • keine gefühlsbedingten Einwände gegen eine längerfristige Blutungsfreiheit bestehen bzw. auf Regelblutungen sogar gerne verzichtet wird.
  • gerade eine Entbindung vorausgegangen ist

Hormonspirale-Sterilisation-Hormonstäbchen-Kupferspirale

… 4 Methoden im Vergleich:

  Hormonspirale Sterilisation Hormonstäbchen Kupferspirale
Wirkung Da die Hormone
direkt in die Gebärmutter abgegeben wedren, ist nur eine geringe Hormondosis notwendig. Der natürliche Zyklus (Eisprung) bleibt erhalten. Die Hormone in der Gebärmutter bewirken
folgendes:

– Schleimpfropf im  Gebärmutterhals  bildet eine Barriere

– Spermienbewegung  in der Gebärmutter  wird verhindert

– Aufbau der Gebär-  mutterschleimhaut wird vermindert

Die Serilisation
ist eine mechanische oder chirurgische Unterbrechung der Eileiter
Hier werden
die Hormone direkt in das Blut abgegeben. Dadurch wird folgendes
ausgelöst:

– Verhinderung des  Eisprungs

– Aufbau der Gebärmutterschleim-
haut wird vermindert

– Schleimpfropf im  Gebärmutterhals bildet eine Barriere

– Spermienbewegung in der Gebärmutter wird verhindert

– Aufbau der  Gebärmutterschleim-  haut wird vermindert.

Bei dieser
Methode werden Kupferanteile in die Gebärmutter abgegeben.

Dadurch wird folgendes ausgelöst:

– lokale Entzündungs-  reaktion

– Spermien werden  unbeweglich

Anwendungs
-art
Die Hormonspirale
wird in die Gebärmutter eingelegt.
Operation unter
Narkose.
Hier ist ein
Schnitt mit lokaler Betäubung am Oberarm nötig. Eine Narbe ist eventuell sichtbar, das Stäbchen selbst ist fühl- und sichtbar.
Die Kupferspirale
wird in die Gebärmutter eingelegt.
Anwendungs
-dauer
bis zu 5 Jahre unbegrenzt 2-3 Jahre 2-3 Jahre
Verhütungs-
sicherheit
1-2 Geburten
bei 1000 Frauen innerhalb eines Jahres
1-4 Geburten
auf 1000 Frauen innerhalb eines Jahres (abhängig von der
operativen Methode)
In klinischen
Studien keine Geburt, bislang nur wenig Erfahrung außerhalb
klinischer Studien.
10 Geburten
auf 1000 Frauen innerhalb eines Jahres
Zusätzliche
Vorteile
Die Monatsblutung
wird reduziert:

Sie wird schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft

keine Meist wird
die Stärke der Monatsblutung reduziert.
Keine
Möglichkeit
der Schwanger-
schaft nach
Anwendung
Die Hormonspirale
kann problemlos gezogen werden. Eine Schwangerschaft ist sofort
nach dem Entfernen möglich.
Hier muss durch
eine Operation unter Narkose die Durchgängigkeit der Eileiter
wieder hergestellt werden;

die Erfolgsrate liegt bei 40-90%. Eventuell wird eine künstliche
Befruchtung notwendig.

Durch einen
Schnitt unter lokaler Betäubung wird das Hormonstäbchen
aus dem Oberarm entfernt. Eine Schwangerschaft kann 1-3 Monate nach dem Entfernen eintreten.
Die Kupferspirale
kann problemlos gezogen werden. Eine Schwangerschaft ist sofort
nach dem Entfernen möglich.
Nebenwirkungen In den ersten
3 – 6 Monaten: Zwischenblutungen, Akne bei ca. 3%, Brustspannen
bei ca. 3%, Kopfschmerzen bei ca. 3% der Anwenderinnen; danach
liegen alle genannten Neben-wirkungen unter 1%.
Zuweilen: Vorzeitiger
Eintritt in die Wechseljahre, Blutungsprobleme, psychische Probleme
.
Zwischenblutungen

über den gesammten Anwendungszeitraum sind möglich;
Akne bei ca.16%, Brustspannen bei ca.11%, Kopf-schmerzen bei ca.7% und Gewichts-zunahme bei ca. 7% der Anwenderinnen.

Eventuell längere
und stärkere Regel-blutungen, erhöhte Infektionsgefahr.

Natürliche Familienplanung
Die zeitliche Abstimmung des Sexualverkehrs auf die fruchtbare und unfruchtbare Phase im Menstruationszyklus der Frau ist kein neues Konzept. In vielen traditionellen Kulturen wurde sie angewandt, meist um die Empfängniskeitswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Erst im 20. Jahrhundert wurde die periodische Enthaltsamkeit dann in größerem Ausmaß zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Die NFP ist eine „symptho-thermale“ Methode, die sich auf die Beobachtung verschiedener Körperzeichen stützt, nämlich auf die Veränderung von Muttermundschleim und Muttermundöffnung(=symptho), sowie auf die Veränderung der Körpertemperatur (=thermal). Die fruchtbaren Tage im Zyklus können damit bestimmt werden, zudem eröffnet diese Methode Frauen jeden Alters einen Einblick in die Vorgänge des eigenen Körpers.
Sie ist frei von gesundheitlichen Nebenwirkungen und bietet – wenn die Regeln beachtet werden – ein hohes Maß an Verhütungssicherheit.

zuletzt aktualisiert am 8. August 2016 um 11:51 Uhr