Schwangerschaft

Schwangerschaft

Wenn der Kinderwunsch erwacht- lernen sie ihren Zyklus kennen. Der weibliche Zyklus beginnt am 1. Tag der Regelblutung(Menstruation) und endet am Tag vor der nächsten Menstruation.

Ein typischer Zyklus verläuft folgendermaßen:
Während der Regelblutung (meist 3-5 Tage) wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. In der ersten Zyklushälfte baut sich die Gebärmutterschleimhaut wieder neu auf und bereitet sich so darauf vor einen Embryo aufzunehmen. Während dieser Phase steigt die Östrogenkonzentration im Blut kontinuierlich an. Darauf folgt der steile kurzfristige Anstieg des Hirnanhangsdrüsenhormons LH (luteinisierendes Hormon) der ca. 24-36 Stunden später den Eisprung (Ovulation) auslöst: Die reife Eizelle gelangt aus dem Eierstock in den Eileiter und wird dort befruchtet. Der Eisprung findet typischerweise ca. 12-14 Tage vor der nächsten Menstruation statt. Während der Muttermundschleim an den meisten Zyklustagen zäh ist und den Muttermund verschließt, verflüssigt er sich kurz vor dem Eisprung und ermöglicht so den Samenzellen den Weg in die Gebärmutter. Dort können die Samenzellen einige Tage überleben und „auf die Eizelle warten“. Die Eizelle selbst kann nur innerhalb eines Tages nach dem Eisprung befruchtet werden. Mit anderen Worten: Nur an wenigen Tagen vor und nach dem Eisprung können Sie schwanger werden. Wenn keine Schwangerschaft eintritt, unterbleibt der weitere Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und ein neuer Zyklus beginnt.

Ein Kind entsteht  1. Monat (1.- 4.Woche)
Bei der Befruchtung bilden die Eizelle und die Samenzelle eine neue Zelle. Sie teilt sich wiederholt und bildet schließlich eine Zellkugel. Diese Zellkugel wandert innerhalb einer Woche durch den Eileiter in die Gebärmutter und nistet sich dort wenig später ein. Die Zellkugel teilt sich in den Embryo und die Plazenta (Mutterkuchen), die das Kind mit allem versorgt, was es für seine Entwicklung benötigt. Umgeben ist der Embryo vom schützenden Fruchtwasser. Am Ende des ersten Monats, d.h. ungefähr 14 Tage nach der Befruchtung, ist er etwa 10 Millimeter groß.
In der dritten Schwangerschaftswoche – gerechnet vom ersten Tag der letzten Periode – , also wenn sich die befruchtete Eizelle noch auf dem Weg zur Gebärmutter befindet, beginnt der Prozess der Organogenese, der Organentwicklung, der bis zur 14. Woche abgeschlossen ist. Schon jetzt sind bestimmte Eigenschaften des Kindes festgelegt, beispielsweise Körperform, Geschlecht, Augen- und Haarfarbe. Während dieser Phase kann es vermehrt zu Abgängen kommen. Vielleicht haben Sie das Gefühl oder die Gewissheit, dass eine Befruchtung stattgefunden haben könnte, und sind nicht weiter überrascht, dass die Monatsblutung ausbleibt. Wenn Sie eine Temperaturkurve führen, sehen Sie den typischen Temperaturanstieg zur Zeit des Eisprungs. Bleibt die Temperatur auf dem höheren Niveau stehen, ist dies ein Hinweis auf eine stattgefundene Befruchtung.

Bereits zwei bis drei Tage nach Ausbleiben der Periode können Sie einen Schwangerschaftstest durchführen. Ab dem 16. Tag nach der Befruchtung kann im Ultraschall das Fruchtbläschen sichtbar sein.

2. Monat (5.- 8.Woche)
Der Blutkreislauf setzt ein, das Herz wird ausgebildet und beginnt zu schlagen. Das Gehirn wird mit Sauerstoff versorgt, die Arme und Beine wachsen. Am Ende des zweiten Monats bilden sich Wirbel um das Rückenmark – die Wirbelsäule entsteht. Der Embryo ist auf 17 bis 22 Millimeter gewachsen und wiegt etwa eineinhalb Gramm. Eine Ultraschalluntersuchung wird durchgeführt, um eine Eileiterschwangerschaft auszuschliessen. Der Geburtstermin wird bestimmt. Morgens besteht häufig Übelkeit, oft bis zur 12 Woche wiederkehrend. Geringere Nahrungsaufnahme und sogar Gewichtsverlust stellen keine Gefahr für die Entwicklung der Schwangerschaft dar. Entsprechend der „Verunsicherungsphase“, in der Sie sich befinden, können Ängste, Unwohlsein oder andere psychosomatische Beschwerden auftreten. Häufig wird diese Zeit als sehr stressbelastet erlebt.

3. Monat (9.-12.Woche)
Das Baby übt jetzt erste Bewegungen. Die Geschlechtsorgane bilden sich aus. Es ist schon auf neun Zentimeter gewachsen und wiegt 45 Gramm. Sie fühlen sich möglicherweise oft müde. Gönnen Sie sich häufiger eine Ruhepause. Die Messung der Nackenhautdicke wird per Ultraschall durchgeführt. Sie ist wichtig, um Hinweise auf eine mögliche Trisomie zu erhalten. Ab der zehnten Woche ist, zum Beispiel wenn erblich bedingte Risiken vorliegen, eine Chorionzottenbiopsie möglich. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen nach wenigen Tagen vor und geben Auskunft über tatsächliche, chromosomenbedingte Risiken.

4. Monat (13.- 16.Woche)
Das Baby bewegt sich immer häufiger, Sie können es aber noch nicht spüren. Organe und Körpersysteme sind weitgehend ausgebildet. Der Embryo wird nun Fötus genannt; der lateinische Begriff bedeutet „das Junge“. Das zentrale Nervensystem des Kindes beginnt seine Bewegungsabläufe zu steuern. Nach Ende des vierten Monats ist das Kind 14 cm lang und wiegt 110 Gramm. Wenn Sie 35 Jahre oder älter sind bzw. beim Vorliegen erblich bedingter Risiken kann jetzt die Amniozentese durchgeführt werden. Auch dabei ist es mit bestimmten Untersuchungstechniken möglich, das Ergebnis nach 2-3 Tagen zu erhalten.
In dieser Phase der Schwangerschaft ist es auch möglich, aus Ihrem Blut den sogenannten „Triple-Test“ durchzuführen. Ihr Bauchumfang beginnt sichtbar zu wachsen. Sie verspüren häufig Müdigkeit. Die Entscheidung für die Schwangerschaft und das Kind, die Planung für die Zukunft und die überschaubare Zeit bis zur Entbindung führen in aller Regel zu einer Phase steigenden Wohlbefindens.

5. Monat (17.- 20.Woche)
Jetzt können Sie die ersten Bewegungen des Kindes bemerken. Dies kann jedoch auch erheblich später erfolgen (21.-22. SSW), besonders, wenn Sie zum ersten Mal schwanger sind und diese Berührungen eines Kindes noch nicht richtig kennen. Die Sinnesorgane bilden sich aus: Das Kind kann hören und auf Geräusche mit Strampeln reagieren. Das Kind wiegt am Ende des fünften Monats etwa 200 Gramm und ist 19 cm lang. Ihr Bauch wölbt sich. Manche Kleidungsstücke werden zu eng. Häufiges Schwitzen ist normal; es hängt mit dem Anstieg der Körpertemperatur während der Schwangerschaft zusammen.

6. Monat (21. -24.Woche)
Bewegung und Ruhe des Kindes wechseln sich ab. Der Schlaf-Wach-Rhythmus stellt sich ein. Die Käseschmiere, die das Kind schützt und das Gleiten während der Geburt erleichtert, wird ausgebildet. Zum Ende des sechsten Monats erreicht die Gebärmutter die Nabelhöhe. Das Kind ist inzwischen etwa 28 bis 30 cm lang und wiegt 500 bis 700 Gramm. Es wird nun der „große Ultraschall“ durchgeführt. Diese Ultraschall-Feindiagnostik erlaubt eine zusätzliche Fehlbildungsabklärung. Es sind jedoch nicht alle Erkrankungen im Ultraschall erkennbar und nicht jede Fehlbildung ist zu jeder Zeit sonographisch darstellbar.
Mit der Wahrnehmung der ersten Kindsbewegungen beginnt die „Konkretisierungsphase“. Sie spüren das Kind täglich ohne die Hilfe technisch-diagnostischer Verfahren. Nahezu alle Schwangeren empfinden die Beziehung als schön, und es kommen Freude und Erleichterung auf. Die Konkretisierungsphase zeichnet sich gegenüber den anderen Phasen durch das geringste Maß an negativen Gefühlen, Ängsten und Unsicherheiten aus. Sie bekommen mehr Vertrauen, alles wird konkreter. Auch der zukünftige Vater kann jetzt mehr einbezogen werden; seine Hand auf dem Bauch kann beruhigend auf das Kind wirken. Gespräche, Planung und Handlungen sind noch viel stärker auf die Geburt und das zukünftige Kind konzentriert. (Schwangerschaftsgymnastik, Geburtsvorbereitungskurse, Namensfindung, Einrichtung des Kinderzimmers). Sie sind auch als aktive Maßnahmen zur Gestaltung der neuen Lebenssituation zu verstehen und verstärken die Gewissheit, sie bestehen zu können. Ab der 20.-21. Woche kann es zu Gebärmutterkontraktionen kommen; der Bauch wird manchmal hart.
Durch das Wachstum des Kindes können folgende Beschwerden auftreten:

  •  Blähungen, Sodbrennen, Verstopfung
  •  Rücken- und Kreuzschmerzen
  • Harndrang
  • Wadenkrämpfe – sie können durch Magnesiummangel verursacht sein
  • Hämorriden
  • Krampfadern, Ödeme
  • Kopfschmerzen
  • Hautjucken
  • Kreislaufprobleme

Erste Kontaktaufnahme mir der Hebamme, auch zur Planung des Geburtsvorbereitungskurses

7. Monat (25.- 28.Woche)
Ein unverwechselbares Gesicht (Gesichtsphysiognomie) wird ausgebildet. Das Baby kann Schluckauf bekommen, am Ende des siebten Monats die Augen öffnen und hell und dunkel unterscheiden.Von diesem Monat an wachsen die Überlebenschancen für ein Frühgeborenes. Dennoch weisen viele Kinder, die jetzt schon geboren werden, gesundheitliche Beeinträchtigungen auf. Das Kind ist jetzt etwa 34 cm lang und wiegt 900 bis 1100 Gramm. Neben den bereits beschriebenen Beschwerden spüren Sie ab jetzt häufiger Atemnot. Ihre eigenen Organe werden durch das Baby aus ihrer normalen Lage verdrängt. Auch Harndrang kann jetzt wieder verstärkt auftreten. Das Kind belastet Ihre Wirbelsäule; versuchen Sie diese zu schonen. Schlaflosigkeit kann auftreten – wenn Sie ruhen wollen ist Ihr Kind besonders aktiv! Ab jetzt werden in 2-wöchigen Abständen Kontrollen der kindlichen Herztöne und möglicher frühzeitiger Wehen (=CTG) durchgeführt.

8. Monat (29.- 32.Woche)
Das Kind wächst und nimmt kontinuierlich zu. Der Geschmackssinn bildet sich aus. Die Bewegungen nehmen zu und werden kräftiger. Am Ende des achten Monats kann Ihr Kind schon 40 cm groß sein und 1600 bis 1800 Gramm wiegen. Doppler-Ultraschall der Nabelschnur zur Überprüfung der ausreichenden Versorgung des Kindes. CTG-Kontrollen in 2-wöchigen Abständen. Manchmal Atemnot, Rückenschmerzen, Sodbrennen, Minderung der Belastbarkeit vor allem bei erhöhter Gewichtszunahme. Vorbereitend auf die Geburt kann sich die Gebärmutter zusammenziehen (erste Wehen).

9. Monat (33.- 36.Woche)
Ab der 33. Woche nimmt das Kind pro Woche etwa um 200 Gramm zu. Am Ende des neunten Monats ist es etwa 45 cm lang und wiegt 2400 bis 2750 Gramm. Neun von zehn Kindern liegen bereits im neunten Monat mit dem Kopf nach unten, das heißt in der richtigen Geburtsposition. Die Vorsorgeuntersuchungen werden nun alle 14 Tage durchgeführt. Vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin sollten Sie Ihre Tasche für die Klinikentbindung packen.
Beginn der Vorbereitungsphase. Etwa vier bis sechs Wochen vor der Geburt senkt sich der Bauch, das Kind rutscht mit dem Kopf ins Becken. Der Harndrang wird häufiger. Es kann auch zu unregelmäßigen Vorwehen kommen. Die körperlichen Veränderungen sind nun besonders beschwerlich. Die Beweglichkeit ist deutlich eingeschränkt, und zahlreiche körperlich-seelische Beschwerden treten auf oder nehmen in ihrer Häufigkeit noch zu. Dies führt zu negativen Gefühlsreaktionen.

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Kreislaufprobleme
  • Schlafstörungen

Bewusst setzten sich die Schwangeren nunmehr häufig praktisch und psychisch mit der körperlichen Trennung von ihrem Kind auseinander. Mit 34 (+0) Wochen beginnt der Mutterschutz. Er dauert bis 8 Wochen nach der Geburt des Kindes (bei Früh- und Mehrlingsgeburten 12 Wochen). Ab der 36. Schwangerschaftswoche wöchentliche CTG Kontrollen.

10. Monat (31.- 40.Woche)
Das Kind produziert das Hormon Kortison, das seine Lungen für den Zeitpunkt, wenn es den Körper der Mutter verlässt, auf die eigene Atmung vorbereitet. Die Entwicklung des Kindes ist damit abgeschlossen, es ist reif für die Geburt. Das reife Kind ist im Durchschnitt 50 bis 54 cm lang und 3000 bis 3800 Gramm schwer. Zum Ende der Schwangerschaft können die Bewegungen des Kindes nachlassen; das Baby hat keinen Platz mehr zum Strampeln. Nur weniger als fünf Prozent aller Kinder liegen in der Steißlage, also mit den Füßen oder dem Po nach unten.

Sie sehen deutlich, dass Sie selbst in viel stärkerem Maße zunehmen, als das Kind schwerer wird. Dies liegt daran, dass nicht nur das Kind wächst, sondern dass auch andere Körperanteile und Flüssigkeiten zunehmen. Die durchschnittlich 12 Kilogramm Gewichtszunahme setzen sich wie folgt zusammen:

Gewicht des Kindes 3 400 Gramm
Plazenta 600 Gramm
Fruchtwasser 1 000 Gramm
Gebärmutter 1 000 Gramm
Brust 500 Gramm
Blut 1 500 Gramm
Fett 1 750 Gramm
Wasser 2 250 Gramm
Summe 12 000 Gram

Zunehmende Ungeduld und Nervosität sind normal. Der Geburtsbeginn kündigt sich durch die Zunahme der Wehentätigkeit, den Abgang von Schleim und Blut und eventuell einen Blasensprung an. Wenn Sie über einen Zeitraum von einer Stunde regelmäßig im Abstand von zehn Minuten Wehen haben, Ihre Fruchtblase platzt oder Sie eine leichte Blutung feststellen, sollten Sie in die Klinik begeben. Die Geburt des Kindes kann sich aber auch ganz normal verzögern. Ist der Geburtstermin überschritten wird die Überwachung des Kindes mittels CTG und Ultraschall engmaschiger. Je nach Befinden wird die Geburt gelegentlich auch eingeleitet.

Gesunde Ernährung
Haben Sie sich bislang Gedanken über Ihre Ernährung gemacht?
Früher sagte man, jede Schwangerschaft kostet eine Zahn. Uns stehen heute reichlich Lebensmittel zur Verfügung; eine ausgewogene Ernährung ist möglich und für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder besonders wichtig. Aber bereits vor der Schwangerschaft können Sie durch eine gesunde Lebensweise Ihren Körper vorbereiten. Sie brauchen kein „Mehr“ an Nahrung, Sie sollten aber auch nicht Diät halten um abzunehmen. Auf die Ausgewogenheit der Zusammensetzung kommt es an. Im Grunde ist eine gesunde Ernährung ganz einfach:

Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse, nach Möglichkeit verteilt auf fünf kleine Mahlzeiten am Tag. Stärkehaltige Kost, wie z.B. Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Müsli sollten in Verbindung mit Gemüse den Hauptbestandteil jeder Mahlzeit bilden. Greifen Sie bevorzugt zu Vollkornprodukten mit Ballaststoffen. Mageres Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Bohnen und Linsen sind wichtige Eiweißlieferanten und enthalten auch eine Reihe Vitamine und Mineralien. Diese Gruppe von Nahrungsmitteln sollte täglich auf den Speiseplan stehen. Schließen Sie rohes Fleisch und Leber wegen möglicher Krankheitserreger aber völlig aus. Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Quark liefern zahlreiche wichtige Nährstoffe, dabei besonders viel Calcium, das für den Knochenaufbau von größter Bedeutung ist. Bevorzugen Sie hierbei fettarme Produkte. Verringern Sie den Konsum von Zucker und Süßigkeiten, dazu gehören auch zuckerhaltige Erfrischungsgetränke. Fohlsäure nehmen Sie mit Blattgemüse, Broccoli, Hefe und Milch zu sich. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Fohlsäure und Jod erhöht. Deshalb wird den meisten Schwangeren auch bei ausgewogener und gesunder Ernährung Jod als Nahrungsergänzung zugegeben.

Schon in der Planungsphase einer Schwangerschaft ist es zur Risikominderung eines Neuralrohrdefekts („offener Rücken“) ratsam, mit der Ergänzung von 0,4 mg Fohlsäure täglich zu beginnen und diese bis zur 12. Schwangerschaftswoche fortzuführen.

Sport während der Schwangerschaft und nach der Geburt
Die Veränderungen der Schwangerschaft können die Formen körperlicher Aktivität beeinflussen. Die Gesundheit einer Schwangeren einschließlich ihrer geburtshilflichen und gynäkologischen Risiken muss in Betracht gezogen werden, ehe ein Programm körperlicher Aktivität angeordnet wird. Grundsätzlich ist die Teilnahme an Freizeitaktivitäten während der Schwangerschaft ohne Gefahr. Jedoch sollte jede Sportart hinsichtlich ihres individuellen Risikos und möglicher Gefahren beurteilt werden. Aktivitäten, die mit der Gefahr eines Sturzes oder eines Bauchtraumas verbunden sind, sollten in der Schwangerschaft vermieden werden. Auf Tiefseetauchen muss während der gesamten Schwangerschaft verzichtet werden, weil der Fet einem erhöhten Dekompressions-Risiko ausgesetzt ist. Sofern keine medizinischen oder geburtshilflichen Komplikationen vorliegen, sind dreißig Minuten oder länger einer mäßigen körperlichen Aktivität täglich und wöchentlich empfehlenswert.
Körperliche Aktivitäten sind auch zur primären Vorbeugung einer Schwangerschaftsdiabetes nützlich, vor allem wenn durch alleinige Diät keine Normalisierung des Blutzuckerspiegels erreicht werden kann. Ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft führt das Liegen auf dem Rücken zu einer Verminderung des Blutrückstroms zum Herzen, eventuell auch zu Kreislaufschwäche. Rückenlage und längeres bewegungsloses Stehen sollten deswegen auch beim Sport soweit als möglich vermieden werden.

Warnsymptome, bei den die sportliche Aktivität beendet werden muss:

  • Vaginale Blutung
  • Kurzatmigkeit vor der Übung
  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Brustschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Schmerzen oder Schwellung im Unterschenkel
  • Vorzeitige Wehentätigkeit
  • Abnahme der Kindsbewegungen
  • Abgang von Fruchtwasser
Empfohlen Bedingt geeignet Nicht zu empfehlen
Schwimmen

Wandern, längere Spaziergänge

Radfahren

Leichtes Laufen

Atemgymnastik

Muskeltraining (leicht)

Entspannungsübungen

Yoga, Tai-Chi, Chi-Gong

Skilanglauf

Tanzen

Anstrengendes Laufen

Schnorcheln

Sauna (nur kurzfristig, nicht in den ersten Wochen)

Aerobic

Sport in großer Höhe (2000 m und höher sind nicht zu empfehlen)

Rudern

Bodenturnen

Segeln

Tischtennis

Sport mit harten Stößen und schnellen Beschleunigungen

Squash (für Ungeübte)

Tennis (für Ungeübte)

Tauchen (strengstens verboten)

Reiten (für Ungeübte)

Handball

Fußball

Kampfsport

Kraftsport

Fallschirmspringen, Drachenfliegen

Surfen

Alpinski (für Ungeübte)

Bodybuilding

Stammzellen
Es wird zunehmend die Frage gestellt, ob es sinnvoll ist, bei der Geburt des Kindes Nabelschnurblut für den Eigengebrauch einfrieren zu lassen.

Die Gewinnung von Stammzellen aus der Nabelschnur ist in zweifacher Hinsicht von besonderer Bedeutung: Das Nabelschnurblut-Transplantat kann zum einen als gerichtete Spende verwendet werden, also gezielt für ein erkranktes Familienmitglied (unter 40 kg) und dies mit gutem klinischen Erfolg. Zum anderen als ungerichtete Spende für die Behandlung Dritter. In beiden Fällen handelt es sich um ein allogenes Nabelschnur-Transplantat. Mehrere tausend Transplantationen von allogenem Nabelschnurblut haben bereits weltweit stattgefunden.
Das Nabelschnur-Transplantat für den eigenen Bedarf ( autologes NS-Transplantat) einzulagern – was Eltern von entsprechenden privatwirtschaftlichen Firmen seit einigen Jahren besonders nahe gelegt wird – ist unter Experten kritisch beurteilt. Die Kosten für diesen Service belaufen sich je nach Dauer der Einlagerung auf 1.300,- bis 3.300,- Euro. Eine medizinische Notwendigkeit für diese Vorgehen erscheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Dies trifft selbst für die Leukämie zu, bei welcher eigene, möglicherweise erkrankte Zellen verwendet werden. Bei kindlicher Leukämie werden vorzugsweise fremde Transplantate eingesetzt.

Für die Behandlung von Erwachsenen reicht die Zahl der Stammzellen im Nabelschnurblut meist nicht aus. Doch zeichnen sich Entwicklungen für zukünftigen Therapien ab, welche die Einlagerung von NS-Blut auch rechtfertigen mögen. Hier können keine exakten Prognosen gegeben werden. Vielleicht lassen sich in der Zukunft Stammzellen mit ihrer Möglichkeit sich in ganz verschiedene Gewebe des Körpers zu entwickeln, tatsächlich gegen Krebs, Herzinfarkt, Alzheimer, Diabetes und andere Krankheiten einsetzen. Durch Forschung und den Austausch von Daten wird die zur Zeit noch bestehende, unklare Situation letztlich zu eindeutigen Ergebnissen kommen. Schon jetzt kann man sagen, dass Frauen, die sich entschließen, das bei ihrer Geburt vorhandenen Nabelschnurblut einzulagern und nicht zu entsorgen, am vorhandenen und zukünftigen wissenschaftlichen Fortschritt teilhaben werden.

Schwangerschaftsstreifen
Bereits in der Pubertät läuft ein Viertel aller Mädchen Gefahr, Dehnungsstreifen zu bekommen. Übergewicht, gewisse hormonell bedingte Krankheiten und die langfristige Behandlung mit Kortison sind einige der Ursachen. Am häufigsten treten Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft auf – in dieser Zeit entstehen bei manchen Frauen am Bauch, an den Oberschenkeln, Hüften und manchmal auch an den Brüsten so viele Streifen, dass sie aus kosmetischer Sicht ein Problem darstellen. Je jünger die Frau und je höher ihr Gewicht zu Begin der Schwangerschaft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dass Streifen auftreten. Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle.
Über die Entstehung von Dehnungsstreifen während der Schwangerschaft ist heute folgendes bekannt:

  • Der Körper der werdenden Mutter wird von weiblichem Hormonen regelrecht überschwemmt. Gleichzeitig kommt es zu einem Anstieg des Hormons Kortison, welches die Aktivität der Zellen in der Lederhaut (Dermis) bremst. Die Folge: Diese Zellen (Fribroblasten) produzieren weniger Collagen- und Elastinfasern, die ihrerseits für die Elastizität und Spannung der Haut unentbehrlich sind. Die Haut wird anfälliger für die Bildung von Schwangerschaftsstreifen.
  • Das Hormon Kortison aktiviert außerdem Enzyme, die die Collagen- und Elastinfasern zerstören und die zuvor durch eine Entzündung bislang unbekannter Ursache stimuliert werden.
  • Die mechanische Spannung, der die Haut durch die schwangerschaftsbedingte Dehnung ausgesetzt ist, bedeutet Stress für Friboblasten und führt wiederum dazu dass sie ihre Aktivität reduzieren.
  • All dies hat zur Folge, dass die Collagen- und Elastinfasern nicht mehr wie normal über Kreuz angeordnet sind, um die Haut optimal zu schützen. Statt dessen richten sich die Fasern nun parallel aus – in Richtung der Dehnung der Haut. Das Stützgeweben reißt dabei jedoch nicht.

Die Streifen verblassen nach und nach
Mit der Zeit lassen Entzündung und Rötung nach, und die Fibroblasten stellen neuen Fasern her, um den entstandenen leeren Raum aufzufüllen. Einige Monate später nehmen alte Dehnungsstreifen eine perlmuttweiße Färbung an und ähneln Narben – weil sie dieselben Entstehungsschritte durchlaufen wie jene Narben, die sich nach einer äußerlichen Verletzung der Haut bilden.
Vorbeugend sollen Sie häufige Massagen bis in die tieferen Hautschichten am Bauch, Gesäß und Oberschenkeln mit Substanzen durchführen, die die Hautfunktion anregen.

Gymnastik: Schnell wieder in Form
Je intensiver Sie die körperlichen Rückbildungsvorgänge durch gezielte gymnastische Übungen unterstützen, desto rascher werden Sie sich wieder fit fühlen und die Figur in Form bringen. Doch nicht nur kosmetische Gründe wie eine schöne, straffe Bauchdecke sprechen für die Gymnastik. Mit den Übungen, die den Beckenboden straffen, kann auch einer Gebärmutter-senkung vorgebeugt werden. Und dies ist besonders wichtig, um Folgeprobleme zu vermeiden: Wenn sich durch den gedehnten Beckenboden und die erschlaffte Muskulatur in diesem Bereich die Gebärmutter nach unten senkt, verschiebt sie auch den Blasenausgang ein wenig. Außerdem kann noch eine Schwäche des Balsenschließmuskels auftreten, wodurch die sehr unangenehme Harninkontinenz entsteht:
Beim Bücken, Husten und Heben geht unwillkürlich Urin ab. Es wird geschätzt, dass über die Hälfte aller Frauen, die entbunden haben, zumindest vorrübergehend an dem Problem der Inkontinenz leiden. Bei zehn bis zwanzig Prozent bleiben die Beschwerden über längere Zeit bestehen. In solchen Fällen kann manchmal nur noch eine Operation Abhilfe schaffen.

Nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als heilen“ können Sie mit Beckenboden-Übungen eine ideale Wochenbett-Gymnastik durchführen.

Sofern die Geburt komplikationslos verlaufen ist und Sie sich wohl fühlen, ist es durchaus möglich, mit dem Training schon einen Tag nach der Geburt anzufangen. Bei einem Kaiserschnitt kann es sein, dass Sie noch eine Weile abwarten müssen. Für die Kurse zur Rückenbildungsgymnastik können Sie sich bei den Hebammen anmelden.

Übungen, die Sie im Rückbildungskurs lernen, sollten Sie dann zu Hause konsequent fortsetzen – zehn Minuten täglich sind das Minimum.

Verhütung nach der Geburt
Der Zeitpunkt der ersten Menstruation nach einer Schwangerschaft ist individuell sehr unterschiedlich. Die erste Regelblutung tritt zwischen der 6. und der 24. Woche nach der Geburt ein. Davor ist ein Eisprung zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht also auch in dieser Phase.
In der Stillperiode findet im allgemeinen kein Eisprung statt, die erste Menstruation tritt erst gegen Ende der Stillzeit ein. Der Empfängnisschutz in dieser Phase hängt von der Häufigkeit und der Dauer ab, mit der das Kind gestillt wird.

Die stillende Mutter ist also nicht völlig vor einer erneuten Schwangerschaft geschützt, da – ebenso wie bei der nicht stillenden Frau – vor der ersten Menstruation eine Eisprung erfolgen kann. Während der Stillzeit gelten besondere Regeln, was die Wahl der Verhütungsmittel anbelangt.
Kondom oder Diaphragma kommen für die meisten Paare wegen der Handhabung und der gegenüber anderen Verhütungsmitteln geringeren Zuverlässigkeit meist nur als vorübergehende Lösung in Betracht. Hat sich die Gebärmutter innerhalb von ca. 8 Wochen nach der Geburt wieder zurückgebildet, können Kupfer- oder „Hormon“-Spirale eingesetzt werden. Die Kombinationspille („Mikropille“) sollte in der Stillphase nicht angewandt werden, da die enthaltenen Östrogene die Menge und Zusammensetzung der Muttermilch beeinflussen können.

Methoden, die nur Gelbkörperhormon in niedriger Dosierung enthalten („Minipille“, „Dreimonatsspritze“) sind zuverlässige und nebenwirkungsfreie Möglichkeiten der Verhütung. Bei endgültig abgeschlossener Familienplanung sollte eine Sterilisation wegen der höheren Sicherheit besser erst nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter (8 Wochen) als unmittelbar im Wochenbett durchgeführt werden.

zuletzt aktualisiert am 8. August 2016 um 11:51 Uhr