HPV

HPV

Drei wichtige Fakten zu HPV:
– Eine Infektion mit HPV ist noch keine Krankheit.
– Die vorübergehende Infektion mit HPV ist ein normales und sehr häufiges Ereignis.
– Die meisten HPV-Infektionen sind harmlos. Nur eine über längere Zeit bestehende Infektion mit so genannten Hochrisiko-HPV-Typen kann Gebärmutterhalskrebs verursachen.

Human Papilloma Viren sind weltweit verbreitet und können bei Menschen Warzen und Papillome sowie im gynäkologischen Bereich Gebärmutterhalskrebs (= Zervixkarzinom) hervorrufen.
Jährlich werden in Deutschland ca. 7000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, im Jahr starben etwa 1700 Frauen daran. Nach dem Brustkrebs ist das Zervixkarzinom der zweithäufigste Krebs bei jungen Frauen in Europa.

Die primäre Ursache für die Entstehung des Zervixkarzinoms ist eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus. In über 99% aller Gebärmutterhalskarzinome lässt sich eine HPV-Infektion nachweisen.
Zusätzliche Faktoren wie die Langzeiteinnahme der Anti-Baby-Pille, die Geburtenzahl wie auch genetische Veränderungen oder erworbene Immunschwäche können die Tumorentstehung fördern. Auch Rauchen sowie andere Genitalinfektionen sind Risikofaktoren.

Bisher konnten etwa 100 Typen des Papillomavirus identifiziert werden, von denen rund 40 die Genitalschleimhaut befallen. Nur 16 davon können als potenziell krebsauslösend angesehen werden. Studien haben gezeigt, dass ca. 70% der Zervixkarzinome von den beiden Typen HPV 16 und 18 verursacht werden.

Wird eine Infektion mit diesen Hochrisiko-Typen festgestellt, ist dies jedoch keine Diagnose für Krebs. Es bedeutet für die betroffenen Frauen nur, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken und entsprechend engmaschig überwacht werden sollten.

Bei Vorliegen und Andauern einer „High-Risk“-Infektion mit HPV 16 oder 18 entwickelt sich nämlich erst durchschnittlich nach 15 Jahren ein Zervixkarzinom. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können die Vorstufen jedoch sicher erkannt werden.

Rund 1% der Bevölkerung zwischen dem 15. und 44. Lebensjahr in Europa und den USA sind von Genitalwarzen betroffen. 

Zur Therapie eignen sich Laser oder immunstimulierende Cremes. In 30% der Fälle heilen die Kondylome auch spontan ab.

HPV-Übertragung

70% sexuell aktiver Frauen und Männer infizieren sich zumindest einmal während ihres Lebens mit HPV. Der Häufigkeitsgipfel für nachweisbare HPV-Infektionen liegt bei Frauen zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr. In 60-90% der Fälle ist die Infektion nach einem Jahr jedoch nicht mehr nachweisbar. 

Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Geschlechtsverkehr. Durch Verwendung eines Kondoms kann zwar die Infektionsrate vermindert werden, ein sicherer Schutz vor Ansteckung mit HPV ist jedoch nicht gegeben. Eine Übertragung ist auch von der Mutter auf das Neugeborene bei der Geburt möglich.

HPV-Impfstoff

Der mittlerweilen verfügbare Impfstoff ist gegen die HPV-Typen 16 und 18 wirksam, ein zweites Präparat auch gegen die Typen 6 und 11, wodurch zusätzlich auch die Entstehung von Kondylomen verhindert wird. 
Eine breite Immunisierung gegen HPV-Infektionen ist nur dann sinnvoll, wenn sie vor einer potentiellen Ansteckung erfolgt. Aufgrund der hauptsächlichen Übertragung durch Sexualkontakt bedeutet dies, dass die Impfung junger Frauen, aber auch Männer noch vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen sollte.

Je nach Land und sozialem Umfeld sind in Europa zwischen 15% und 40% der 15-jährigen Mädchen sexuell aktiv. Die Häufigkeit, mit der 15-jährige Mädchen ihren ersten Sexualkontakt haben ist in den letzten 20-30 Jahren deutlich gesunken und liegt in Deutschland bei etwa 33%. Aufgrund dieser Tatsache wird eine optimale Immunisierung erzielt, wenn junge Mädchen zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr geimpft werden. Junge Frauen bis zu einem Alter von 25 Jahren profitieren von einer Impfung, wenn sie noch keine HPV-Infektion mit dem entsprechenden Virustyp durchgemacht haben.

Abschließend ist festzustellen, dass es sich bei der HPV-Immunisierung um die erste Impfung handelt, die gezielt dafür entwickelt wurde, die Entstehung von Krebs zu verhindern.

zuletzt aktualisiert am 8. August 2016 um 11:51 Uhr