Hormonkosmetik

Hormonkosmetik

Altersbedingte Hautveränderungen sind zu einem großen Teil durch lokale Hormonanwendung reversibel

Von der Hormonersatztherapie sind die positiven kosmetischen Effekte einer Östrogensubstitution seit langem bekannt. Sie waren aber immer nur eine „erwünschte Nebenwirkung“, nicht jedoch das primäre Ziel einer solchen Therapie. Im Rahmen der medizinischen Kosmetik rücken diese Effekte zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses.
Die Haut besteht zu einem großen Anteil aus Kollagen und Hyaluronsäure, und es ist schon seit langem bekannt, dass die Kollagensynthese durch Östrogene angeregt werden kann.
Auch die Hyaluronsäurebildung steht unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons, sie bewirkt eine vermehrte Wassereinlagerung, was sich auf die Hautdicke bzw. auf die Hautspannung positiv auswirkt. Wenn in der Postmenopause ein Verlust von Östrogenen, Gestagenen und später auch von Androgenen auftritt, hat das einen entsprechenden Verlust der Hautfestigkeit zur Folge. Lokale Anwendung dieser Geschlechtshormone können die Hautdicke um etwa 25 % verstärken, selbst ohne die systemische Einnahme von Hormonen.
Die gerade in der Prä- und Perimenopause auftretenden Hautfalten im Bereich der Augen lassen sich durch eine Progesteroncreme ,kombiniert mit einer geringen Menge Östrogen sehr günstig beeinflussen. Progesteron wirkt ebenfalls positiv auf die bei der Hautalterung häufig anzutreffenden „Teleangiektasien“ – kleinste, rot erscheinende, geschlängelte Gefäße in der oberen Hautschicht. Diese werden kleiner oder es kommt zumindest zu einem Wachstumsstillstand. Durch die Anwendung von Fruchtsäuren (Alpha-Hydroxysäuren) kommt es zu einer Re-Kollagenisierung der Haut. Als Kombinationstherapie mit zusätzlicher lokaler Anwendung von Östrogen und Gestagen zeigt sich eine verstärkte Durchblutung und Regeneration der Haut.

Im Grunde handelt es sich um eine Schälung der oberen Hautschichten und einen Reiz auf die unteren Kollagenschichten, die dadurch mit einer Rekollagenisierung antworten. Die Hormone bewirken dann eine stärkere Hyaluronisierung. In jüngster Zeit kommen auch östrogenähnliche Stoffe aus Pflanzen zur Anwendung. So ist bei der lokalen Anwendung von Rotklee ein dem natürlichen Östrogen sehr ähnlicher Effekt zu beobachten.

zuletzt aktualisiert am 8. August 2016 um 11:51 Uhr