Harninkontinenz

Harninkontinenz

Die Stressinkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform bei Frauen. Mit Stress ist dabei nicht wie üblich eine seelische Überforderung gemeint, sondern Husten, Nießen, Lachen, Hüpfen oder Jogging– kurz alles, was den Druck im Bauchraum so stark erhöht, dass das Haltevermögen des Blasenschließmuskels überschritten wird und Urin abgeht, ohne dass zuvor das Gefühl von Harndrang bestand.
Seit der Einführung der TVT-Plastik (Tension-free Vaginal Tape) in Deutschland vor 5 Jahren bis heute besteht Einigkeit, dass die Operation für Frauen mit einer Belastungs-/Stressharninkontinenz geeignet ist, soweit diese durch Voruntersuchungen bestätigt wurde, die konservative Behandlung ohne Erfolg blieb und die Harninkontinenz einen hohen Leidensdruck verursacht.
Bei der TVT-Methode werden unter Lokalanästhesie zwei kleine Hautschnitte über dem Schambein, sowie ein kleiner Schnitt in die Vaginalwand vorgenommen und ein kleiner Kanal beidseits der Harnröhre präpariert. Die TVT-Spezialnadeln, die durch ein Kunststoffband verbunden sind, werden in die Vaginalwand eingeführt und nach beiderseits durch die Bauchdecke ausgeleitet. Das nicht resorbierbare Band wird spannungsfrei unter die Harnröhre platziert. Dort verbleibt es und haftet alleine durch seinen Reibungswiderstand, eine Befestigung ist nicht nötig. Auf die Einlage eines Katheters nach der Operation kann verzichtet werden und der Aufenthalt im Krankenhaus beschränkt sich auf wenige Tage. Gründe, die dazu beigetragen haben, dass sich die Operationstechnik bereits in vielen Krankenhäusern etabliert hat.

Langzeitergebnisse sehr gut:
Die Frage, ob Patientinnen auch nach 5 Jahren noch mit dem Operationsergebnis zufrieden sind, konnte in den letzten Veröffentlichungen positiv beantwortet werden:
85 Prozent der Frauen, die aufgrund einer Stressharninkontinenz mit der TVT-Methode operiert wurden, waren auch 5 Jahre nach der Operation noch beschwerdefrei, 10 Prozent der Frauen geben weiterhin eine Besserung der Beschwerden an, nur
5 Prozent der Frauen haben durch die Operation keinen Gewinn an Lebensqualität erfahren.

Komplikationen selten:
Eine intraoperative Verletzung der Blase, das postoperativ Auftreten eines Blutergusses oder die fehlende Möglichkeit, die Harnblase vollständig zu entleeren sind selten und ohne Einfluss auf die Heilung der Harninkontinenz korrigierbar. Die guten Langzeitergebnisse haben schließlich dazu geführt, dass die TVT-Operation eine standardisiert durchführbare und anerkannte Operation zur Behandlung der Harninkontinenz ist. Zudem werden zunehmend Kombinationseingriffe durchgeführt.

Bislang wurden in Europa über 45.000 Frauen erfolgreich mit TVT-Methode behandelt.

zuletzt aktualisiert am 8. August 2016 um 11:51 Uhr