Haarausfall

Haarausfall

Haarausfall ist fast immer ein großes psychisches Problem für die Betroffenen. Für Männer, weil sich ihr äußeres Erscheinungsbild sehr verändert, für Frauen, weil sie den Verlust ihrer Weiblichkeit befürchten.

Haarausfall – Wann kommt es dazu?

Haarausfall ist eigentlich etwas Normales, pro Tag verlieren wir im Durchschnitt bis zu 100 Haare.
Das hängt mit dem natürlichen Zyklus eines Haares zusammen:

Haarwachstum – Ruhephase– Ausfall – erneutes Haarwachstum

Dieser Wachstumsrhythmus der Haare wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst.
Kommt es zu massiven Störungen, kann vermehrter Haarausfall die Folge sein, z.B. durch

– Hormonmangel
– Vitamin- oder Mineralstoffmangel 
– Schwermetallbelastung / – Vergiftung 
– Schwere Erkrankungen, Unfälle oder Operationen 
– Medikamenteneinnahme 
– Entzündungen oder Allergien der Haut 
– Fehl-, bzw.Unterernährung 

Sogenannter diffuser Haarausfall tritt häufig dann auf, wenn der Körper hormonelle Änderung erlebt.

Hormonell bedingter Haarausfall

– Nach einer Schwangerschaft
– Nach Absetzen einer Hormonmedikation 

Auch in den Wechseljahren kommt es oftmals zu Haarausfall. Der Grund ist meist ein Mangel an Östrogen. In dieser Zeit des Ungleichgewichts werden männliche Hormone immer wirksamer und können zu vermehrter Köperbehaarung (Hirsutismus), manchmal auch zu Hautunreinheiten führen.Hierbei passt sich das Haarwachstum meist innerhalb von 3 bis 6 Monaten der neuen Hormonkonstellation an, eine Therapie ist somit nicht notwendig.

Nicht hormonell bedingter Haarausfall

Ernährungsfehler sind gelegentlich Ursache für vermehrten Haarausfall. Hier ist vor allem ein Mangel an Zink, Eisen, Vitamin B12, Folsäure u.a. bedeutsam. Vergiftungen durch bestimmte Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Thallium, Selen u.a.) sind zwar möglich, kommen in der Praxis aber selten vor. Andere Formen des Haarverlustes (Alopezia areata) sind vermutlich immunologisch bedingt. Sie sind oftmals gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zu therapieren.

Diagnose des Haarausfalls

Je frühzeitiger hormonelle Störungen durch eine Analyse erkannt werden, desto gezielter kann Haarausfall therapiert werden.
Folgende Hormonuntersuchungen können hierzu hilfreich sein:

– Testosteron
– DHEA-S 
– SHBG 
– 3-alpha-Androstandiol 

Wie behandelt man Haarausfall?

Bei Hinweisen auf ein Defizit weiblicher Hormone (Östrogenmangel) ist die zusätzliche Untersuchung der Eierstockfunktion sinnvoll.
Bei entsprechendem klinischen Verdacht sollte eine Schilddrüsenfunktionsstörung als Ursache des Haarausfalls ausgeschlossen werden. Ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel kann ggf. durch eine Blutanalyse erkannt werden. Besteht der Verdacht auf eine Schwermetallvergiftung, so ist ihr Nachweis durch eine gezielte Urin- oder Blutanalyse möglich.

Bei hormonell bedingtem Haarausfall ist meist eine effektive Therapie durch Ausgleich des Hormonmangels oder- Überschuss möglich.
Sind fehlende Vitamine- oder Mineralstoffe die Ursache, so kann der Mangel durch entsprechende Nahrungsergänzungen ausgeglichen werden (siehe auch: Orthomolekulare Medizin). Bei Vergiftungen muss die Ursache der Schwermetallbelastung gesucht werden.

Wichtig: Haare wachsen relativ langsam. Therapieerfolge sind somit erst nach frühestens 2-3 Monaten zu erwarten.

zuletzt aktualisiert am 8. August 2016 um 11:51 Uhr